Aufruf des DGB Hamburg zum 1. Mai 2026:
Alle Gewerkschafter:innen, Hamburger:innen, Demokrat:innen, Antifaschist:innen: Heraus zum 1. Mai – kämpferisch, solidarisch, entschlossen!
Die Lage ist ernst: Der Sozialstaat wird Stück für Stück abgebaut, Arbeitnehmer:innenrechte stehen unter Dauerangriff.
Wir sollen länger arbeiten, mit weniger Schutz – sogar krank. Gespart wird ausgerechnet bei denen, die ohnehin wenig haben: Alleinerziehende, Menschen mit Behinderungen, Geflüchtete, prekär Beschäſtigte. Statt solidarischer Lösungen erleben wir neoliberale Kürzungen, Angriffe auf Schutzrechte und eine Politik der Spaltung. Lasst uns dagegen gemeinsam auf die Straße gehen – für Solidarität, soziale Sicherheit und eine Gesellschaſt, die niemanden zurücklässt. Wir brauchen einen klaren Kurs für soziale Gerechtigkeit, sichere Arbeit und gesellschaſtlichen Frieden.
Unsere Arbeit schafft den Wohlstand - unsere Zukunſt gehört gesichert: Beschäſtigte tragen keine Krisenverantwortung.
Sie halten den Laden am Laufen – jeden Tag. Wer jetzt liefern muss sind die Arbeitgeber: investieren, Arbeitsplätze sichern, Standorte stärken. Gute Arbeit braucht Sicherheit, Perspektiven und Respekt.
8-Stunden-Tag verteidigen - Gesundheit schützen: „Flexibilisierung“ bedeutet in Wahrheit längere Tage, mehr Druck, weniger Planbarkeit. Der 8-Stunden-Tag schützt Gesundheit, Familie und Freizeit. Keine Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes – Arbeitszeit ist kein Spielball der Arbeitgeber.
Starker Sozialstaat statt Kürzungspolitik: Der Sozialstaat ist Grundlage von Stabilität. Wir fordern verlässliche Renten, ein solidarisches Gesundheitssystem und die Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen – finanziert durch höhere Beiträge großer Vermögen.
Lebenshaltungskosten senken – Wohnen, Energie, Lebensmittel bezahlbar machen: Viele geraten trotz Arbeit unter Druck. Der Markt löst das nicht. Politik muss regulieren und entlasten. Gute Arbeit muss ein gutes Leben ermöglichen – beim Wohnen, Heizen und Einkaufen.
Tarifbindung stärken – Lohndumping stoppen: Tarifverträge sichern bessere Löhne und Schutz. Doch nur rund 48 Prozent der Hamburger Beschäſtigten profitieren davon. Deshalb fordern wir ein wirksames Tariſtreuegesetz: öffentliche Auſträge nur an Unternehmen mit Tariflohn – ab dem ersten Cent, ab dem ersten Tag.
Für Demokratie und Solidarität – gegen Rechtsruck und Spaltung: Rassismus, Homo- und Transfeindlichkeit, Antisemitismus, Antifeminismus und Menschenfeindlichkeit begegnen wir konsequent antifaschistisch – im Betrieb und in der Gesellschaſt. Soziale Sicherheit und Mitbestimmung verhindern, dass Menschen nach rechts abdriſten.
Frieden sichern statt Aufrüstungsspirale: Während soziale Bereiche gekürzt werden, steigen die Militärausgaben. Wir setzen uns für Politik ein, die Frieden, Diplomatie und internationale Zusammenarbeit stärkt – ohne soziale Gerechtigkeit gegen Sicherheit auszuspielen.
Gemeinsam auf die Straße – für eine gerechte Zukunſt: Der 1. Mai ist unser Tag der Solidarität und des Widerstands. Wir kämpfen für gute Arbeit, starke Tarifverträge, einen handlungsfähigen Sozialstaat sowie Demokratie, Frieden und Menschenwürde.