Nach über 130 Jahren soll der Standort der Baker Hughes Digital Solutions GmbH in Ahrensburg, ehemals Röntgen Seifert, mit 153 Beschäftigten im nächsten Jahr geschlossen und ein Teil der Produktion in das niedersächsische Werk in Wunstorf verlagert werden. Der Betriebsrat und die IG Metall sehen den Schließungsplan in einem klaren Zusammenhang mit dem Verkauf der Röntgensparte an die schwedische Unternehmensgruppe Hexagon.
So äußert der Betriebsratsvorsitzende Malte Perrone-Wetzold: „Die Welt steht auf dem Kopf! Erstmals in rund 25 Jahren Betriebszugehörigkeit ist nicht mehr die unstrittige Profitabilität des maßgeblich am positiven Ergebnis des Unternehmens beteiligten Standortes für die Zukunft entscheidend. Vielmehr beruft man sich auf strategische Erwägungen, deren Sachgrundlage bis heute weder den beteiligten Arbeitnehmervertretungen noch deren externen Sachverständigen aufgezeigt werden konnte.“
Auch die ehemalige Eigentümerin und Tochter des Röntgenpioniers Richard Seifert, Elisabeth Samusch, kommentiert den Schließungsplan kritisch: „Wenn in Ahrensburg die Fabrikation von Röntgengeräten zur zerstörungsfreien Materialprüfung aufgegeben wird, erlischt das dort, nach 130 Jahren kontinuierlicher Produktion und Betriebsführung angesammelte, international anerkannte Know-how.“
In der Belegschaft entwickelt sich derweil Gegenwehr. Ole Drewes, Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall Region Hamburg, sagt: „Die Beschäftigten traf die Ankündigung des Verkaufs an Hexagon und der geplanten Schließung aus dem Nichts. Es herrscht Wut und Unverständnis darüber, den profitablen Standort einfach dicht machen zu wollen. Klar ist schon jetzt, dass sich die in der IG Metall organisierten Beschäftigten dies nicht einfach gefallen lassen werden.“
Für Rückfragen:
Ole Drewes, IG Metall Region Hamburg: Tel. +49 175 4558882